Die PERLEN

 

Perlen haben eine 8000 Jahre alte lange und sagenhafte Geschichte hinter sich. Seit einigen tausend Jahren also wurde schon eifrig Perlenschmuck hergestellt. Im 1600 Jahrhundert wurden Perlen sehr häufig auf Gewändern und ähnliches gestickt. Da Perlen außer dem sogenannten „Bohren“ keine weitere Bearbeitung benötigen, eigneten sie sich auch in Zeiten als es noch keine Maschinen gab, hervorragend zu Schmuckzwecken. Schon oft hat sich die Perle der Mode unterwerfen müssen, aber mindestens genauso oft war es die Perle, die Mode machte. Denn immer wenn Perlen auf der Bildfläche erscheinen, sind die Sinne im Spiel.

Als Zeichen der Trauer durfte bei den alten Königs-und Fürstenhäusern kein Schmuck getragen werden, außer dem der Perle. Im Laufe der Jahre wurde dann der Umkehrschluss daraus, der auch heute noch viele glauben läßt: „Perlen bringen Tränen“. Dabei war die Perle in allen Zeiten ein Glücksbringer und ein Zeichen der Liebe.  Auch in der Medizin hat sie seit jeher Verwendung gefunden. Man zerrieb sie zu Pulver und der Glaube an die heilende Wirkung ließ schon oft Wunder geschehen. Auf jeden Fall versinnbildlicht sie die Liebe Gottes und wurde schon häufig in religiösen Gegenständen verarbeitet. Sogar die Ritter glaubten an die Zauberkraft der schimmernden Juwelen. Sie wurden immer schon als edel und lobenswert angesehen. Nicht zuletzt wurde sie auch als Hilfsmittel zur Weissagung genutzt. Perlen waren immer schon sehr begehrt und stehen in ihrer Wertigkeit den Edelsteinen in nichts nach. Erst der Diamant hat die Perle vom 1. Platz des Edelsteins verdrängt. Auf Grund ihrer Individualität werden Perlen bis heute nur im Fachhandel angeboten. Ihre warme Ausstrahlung, ihr tiefer doch nie aufdringlicher Glanz schaffen eine unvergleichliche Verbindung. Viele Perlschmuckstücke werden von hochwertigen Gold oder Platin, Diamanten und Edelsteinen begleitet. Da sich die Perlen dem allen anpassen und trotzdem jeweils einzigartig sind, verwandeln sich die Schmuckstück immer in modische aktuelle und doch zeitlose Unikate. Da aber auch durch das natürliche Wachstum keine Perle der anderen gleicht bleibt jede ein Wunderwerk der Natur für sich selbst.

Nicht umsonst gehören sie zu den wundervollsten Schöpfungen der Mutter Natur.

 

Perlen entstehen in Molusken oder Weichtieren, hauptsächlich aber in Muscheln.

Jeder einzelne Perle ist ein individuelles Meisterwerk der Natur und zeichnet sich durch seine Farbe, Form, Glanz, Größe und Oberflächenstruktur aus.

Es gibt Naturperlen, die auch Orientperlen genannt werden. Diese sind sehr selten und sehr kostbar, daher kaum noch im Handel anzutreffen.

95 % aller Perlen auf der Welt sind Zuchtperlen. Seit 1907, wo es gelungen war, die erste Perle zu züchten wird dies mit viel Mühe und Aufwand weiter betrieben. Zuchtperlen entstehen auf natürliche Weise im Inneren einer Perlmuschel - allerdings wird ihr Wachstum durch einen menschlichen Eingriff angeregt. Nach der Ernte sind die Perlen von Natur aus vollendet. Damit die Zuchtperle einen schönen Lüster erhält, muß sie ausreichend beschichtet sein. Eine Zuchtperle mit dünner Beschichtung kann früher geerntet werden und ist daher billiger.

Es gibt eine ganze Reihe von Zuchtperlen, die oft die Schönheit der Naturperlen überbieten.

Hier kann man z.B. die Südsee- oder Australperle, Mabeperle, Keshi usw. nennen.

Dann gibt es noch die Süßwasserzuchtperlen, die im japanischen Biwa-See produziert wird.

Diese Perle entsteht in der Muschel "Hyriopsis Schlegeli".

Natur- und Zuchtperlen haben die gleiche chemische Zusammensetzung: hauptsächlich bestehend aus Calcium CO. Die geringe Härte von 3 - 4 ½  wird durch die Elastizität der Perle aufgefangen. Dadurch ist die Perle optimal geschützt. Wenn Perlen zu Boden fallen, prellen sie ab und bleiben dadurch meist unbeschädigt.

Die Perlen können in den verschiedensten Farben entstehen. Die Farben basieren auf der Herkunft, Art der Muschel, Umweltbedingungen, Wassertemperatur und der Farbe des Perlmutts. Dieselben Kriterien sind auch für die Beschaffenheit, für Form und Lüster verantwortlich. Aber all diese Faktoren, die eine Perle zu etwas besonderem machen, leiden unter der zunehmenden Umweltverschmutzung. Die Muscheln sind sehr empfindliche Lebewesen. Trotz alledem können sie keinen Schmerz spüren.